Unglaublich – da brennt mir doch gestern meine Sitzheizung ein Loch durch Sitzbezug, Hemd und Jacke und attackiert den Allerwertesten
Ganz schön warm wurde es, als die Sitzheizung gestern zum ersten Mal so richtig zum Einsatz kam. Keine fünf Minuten im Auto, und da wird es richtig heiß am Hintern.
„Wow, geht ja ganz schön gut das Teil“.
Es wird warm, eigentlich zu warm. Ich ignoriere
habe aber den Gedanken, dass vielleicht die Heizung zu heiß werden kann. Aber den schiebe ich getrost bei Seite. Wer kommt denn auf den Gedanken, dass die Sitzheizung es vielleicht doch zu gut meint?
Irgendwas stinkt verbrannt. Blick auf die Armaturen – alles OK.
HM. Fenster auf – kommt der Geruch von draußen?
Nein. Hä? Sofort an den Rand ziehen, und springe raus.
Es raucht. Ein schönes Loch schaut mich durch den Überzug an. Sofort reiße ich den Weg, und darunter starrt mich ein smokendes Loch an, welches wortlos sofort erklärt warum es so heiß am Hintern wurde. Die Wasserflasche neben mir muss dran glauben und wird ausgekippt.
Ich glaub ich spinne. Loch in der Jacke und im Hemd darunter. Wie wenn jemand eine fette glühende Zigarre aus dem Sitz heraus durch meine Klamotten in Richtung Allerwertesten gesteckt hat. Böser Sitz.
Sofort zum VW-Autohaus die gleich einen Bericht an VW schicken, usw.
(Nachtrag: 10 Oktober 2009: Bekam einen Brief von VW, dass mir für Fleece-Jacke und Polo-Hemd 130 Euro erstattet werden – ohne Anerkennung einer Rechtspflicht. Sehr fair, und bin soweit sehr zufrieden. Mal schauen was mit dem Sitz wird.)
(Nachtrag: 29 Oktober 2009: Habe den Wagen morgens abgegeben, mittags abgeholt. Heizung repariert, Bezug mit Loch mit neuem Bezug ersetzt. Keinen Cent bezahlt.)
Kognitive Dissonanz nennt man das, wenn man Offensichtliches ignoriert.
„Es wird warm weil es ja so sein soll, aber so warm wie empfunden kann es ja nicht sein.“
Eine logische Inkonsistenz zwischen zwei Gedanken die nicht ganz zusammen passen, und man versucht die Tatsachen zu ignorieren. Ein Missklang in der Erkennung. Und je emotional beladener ein Thema ist, um so eher tritt die kognitive Dissonanz auf.
Aber genau das passiert auch im Internet.
„Neue“ Erkenntnisse im Marketing widersprechen oft der eigenen Meinung. Gerade große Konzerne weigern sich oft zu sehen, dass die eigene Werbung vielleicht weitgehend wertlos ist. Aber weil man es schon immer so gemacht hat, und auch einige Existenzen dranhängen, weigert man sich umzudenken: Alle anderen machen es auch so!“
- Was wäre, wenn 80% Ihrer Werbung wertlos ist?
- Was wäre wenn 10% der Werbung ganze 90% der Ergebnisse bringen?
Deutet nicht vieles darauf hin?
Ein einfacher Splittest, oder ein Multi Variables Testen könnte recht schnell die eindeutigen Ergebnisse liefern. Aber die Masse weigert sich. Imagemarketing und Branding kann doch nicht einfach so beiseite geschoben werden! Es wird einfach missachtet, und durch die passende angenehme Informationen ersetzt.
„Wage nicht das Establishment zu entblößen!“
Aber möglicherweise verliert man Unsummen an Geld welches in ineffiziente Werbung gesteckt wird. Wer es nicht testet, der wird es nie wissen.
- Ist 80% Ihrer Werbung rausgeschmissenes Geld? Werden Sie diese Frage ignorieren oder nicht?
Tipp: Ignorieren Sie nicht, wenn es plötzlich unangenehm heiß am Hintern wird. Es könnte einen triftigen Grund haben.
Fazit: Fangen Sie an Ihre Werbung zu testen.
- Nutzen Sie Coupons. Zum Beispiel bei Flyern.
- Bauen Sie eine Handlungsaufforderung in Offline Werbungen ein.
- Nutzen Sie eine einzelne Domain um Offline Werbung zu testen. Sorgen Sie durch ein „nofollow“ dass diese Seite nicht über Suchmaschinen gefunden werden kann. Die Zugriffszahlen werden ein deutliches Ergebnis liefern, weil man ja nur durch die eine Werbung auf die Webseite kommt.
- Testen Sie Landingpages und lassen Sie Werbetexte und Werbungen gegeneinander antreten.
- Nutzen Sie bei Google AdWords immer zwei Werbetexte die gegeneinander antreten. Schmeißen Sie die schlechtere raus, und testen Sie einen neuen Text.
- Testen Sie, ob Pay-per-Click Werbung Ihnen überhaupt Kunden bringt, jeder Markt ist anders.
- Nutzen Sie einen Trackinglink wo immer es auch geht.
- Einfache A/B Tests sind der erste Schritt. Ein Multi-Variables-Testen ist möglicherweise genau der richtige Weg für Sie.
Hoffe es hilft.
Markus Trauernicht




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