Bio

  • Geboren in Südafrika, Johannesburg
  • Aufgewachsen in Kapstadt, Pretoria und Windhoek
  • Industriemechaniker für System- & Montagetechnik in Süddeutschland gelernt
  • Wirtschaftsingenieur: Studiert in Deutschland, teils in den Niederlanden und England.

Schon von klein an hatten wir fünf Geschwister ständig mit Menschen zu tun. Dass wir alleine als Familie am Tisch gegessen haben, war eine Seltenheit. Ständig war irgendjemand zu Besuch.

Das waren völlig verschiedene Menschen, mit denen wir schon von klein an durch die Arbeit meiner Eltern in Kontakt kamen. Bei uns am Tisch wurde kein Unterschied zwischen arm und reich, erfolgreich oder erfolglos gemacht. Abenteurer, Aussteigertypen, Leute die das Fernweh gepackt hatte, verzweifelte Unternehmer, und Menschen die einfach mit dem Leben nicht mehr zurechtkamen, oder nur emotional auftanken wollen, waren ständig bei uns anzutreffen.

In Pretoria war ich an der Schule wo zum ersten Mal „schwarze“ Kinder und „weiße“ Kinder auf eine Schule gehen durften. Was natürlich nicht selten dafür sorgte, dass der Unterricht wegen Bombendrohungen (von rechts & links) abgebrochen werden musste.Es war nicht ungewöhnlich wenn meine Eltern (Stadtmission unter Deutschsprachigen in Südafrika & Namibia) 6 – 8 Stunden am Tag seelsorgerlich beraten haben, oder Gespräche mit Hilfesuchenden geführt haben. Es kam buchstäblich vor, dass ein Penner bei uns am Tisch saß, und am Tag darauf ein erfolgreicher Industrieller – oder beide gleichzeitig. Jeder erdenkliche Menschenschlag war bei uns anzutreffen. Junge Soldaten die mit den traumatischen Erfahrungen an der Grenze (Buschkrieg Südwest-Afrika / Angola) nicht zurecht kamen, Frauen die sich ausweinten weil der Mann an der Grenze war, und junge Studenten die zum studieren von Namibia nach Südafrika kamen. Aber auch diese ganz tapferen Frauen, die auf eigene Faust nach Mosambique oder Angola (Kriegsgebiet) gingen, um als Krankenschwester oder Ärztin im Busch zu arbeiten. Was da im Lauf der Jahre bei uns an interessanten Menschen am Tisch saß, damit könnte man Bücher füllen. Zudem kamen die vielen Jugendlager dazu, die tief im afrikanischen Busch stattfanden.

Etwa ein Dutzend der schwarzen Kinder die in den 80er Jahren aus Schulden und Flüchtlingslagern in die DDR entführt wurden, und nach dem Fall der Mauer nach Namibia verfrachtet wurden, fanden bei uns auch ein emotionales Zuhause.

Viel erleben konnte ich. Während der Schulzeit in Namibia konnte ich mir das Geld zusammensparen, indem ich für eine Apotheke Medikamente ausfuhr, um einen Segelflugschein zu machen. Faszinierend war es auf ein paar Tausend Metern Höhe auf Aasgeier zu stoßen. Einmal wurde ich von einem plötzlich auftauchenden Wüstengewitter in eine Wolke gesogen – ohne Instrumente für den Wolkenflug. Irgendwann kam ich dann mal mit ausgefahrenen Sturzklappen kopfüber mit der Blanik L-13 aus der Wolke geschossen. Und die Blitze und der Hagel krachten nur so neben mir runter. Dann bin ich mal von Rio de Janeiro nach Kapstadt gesegelt. Zu sechst waren wir. Inklusive mehrtägigem Sturm mit buchstäblich haushohen Wellen, Yacht auf die Seite legen & Funkgerät kaputt. Direkt nach der Lehre, ich hatte nicht einmal das Geld für einen Rückflug aus Südamerika in der Tasche.

  • Das alles hat mir natürlich enorm geholfen den Menschen besser zu verstehen, und zwar wie dieser wirklich ist. Genau das gibt mir bei meiner Arbeit einen unglaublichen Vorteil.
  • Was dann kam, dass ich das verkaufen gelernt habe. Und vor allem danach gelernt habe, was nicht funktioniert, und wie man „verkauft ohne zu verkaufen“.

Das ging so:

Ich habe das verkaufen gelernt, indem im am Kurfürstendamm in Berlin auf und abgelaufen bin, und Leute gefragt habe ob Sie an einer Geschäftsgelegenheit interessiert sind, bei der es darum geht sein eigenes Team aufzubauen und Versicherungen zu verkaufen. Dann haben wir die Telefonnummer ausgetauscht, und haben am Tag darauf telefonisch einen Termin im Büro um die Ecke ausgemacht. Ziel des Gesprächs war ein Wochenendseminar zu verkaufen, oder bei weniger interessieren ein Verkaufsgespräch über die Rente zu führen. Nachts sind wir in Clubs und Discotheken um Leute zu rekrutieren. Unzählige Verkaufsgespräche habe ich geführt.

Ineffizienz pur!

Im Klartext: Wildfremde Leute auf der Straße anquatschen und einen Kontakt anbahnen. Zudem habe ich wie ein Weltmeister kalt telefoniert um Betriebsrenten zu verkaufen. 2001 fing ich damit an. Dann kamen die eigenen Verkaufsschulungen dazu. Leute motivieren, Teamaufbau vorantreiben, Seminare im Ausland, etc. Was soll man machen, war frisch in Berlin und kannte niemanden. Und Klinken geputzt, wie man das heute kaum noch gibt.

Ineffizienz pur!

Natürlich war ich gegenüber diesen Methoden bald äußerst kritisch. Nur noch mehr Termine machen, dass über die Masse was hängen bleibt ist keine clevere Lösung. Aber ich wollte lernen zu verkaufen. Alles Arbeitsmethoden, die an Ineffizienz kaum zu überbieten sind. Und zudem zu 100% von der eigenen Motivation abhängig sind, und systembedingt nicht skalierbar sind.

Davor hatte ich einen gut bezahlten Job als Berater in einem Beratungsunternehmen gekündigt. Ich hatte schon meine Diplomarbeit dort geschrieben, wo es um die Bewertung von Internetvertriebsaktivitäten ging. Einen dieser Schicki-Micki-Jobs mit komplizierten theoretischen Modellen, New Economy Flair und wichtig klingender Sprachwahl. Habe darauf Festgehalt und Erfolgsbeteiligung geschmissen. Ich wollte halt verkaufen lernen.

Es folgte eine Zeit im Network Marketing. Natürlich mit den vielen systembedingten Problemen die typisch sind für das MLM / Network Marketing.

Doch die Praxis aus den vielen, vielen, vielen Verkaufsgesprächen heraus ist durch nichts zu ersetzen. Viele der Erfahrungen sind ähnlich wie Kinderkrankheiten. Es ist gut wenn man diese gehabt hat, weil man später dagegen immun ist.

Man lernt sich auf das zu konzentrieren was wirklich wichtig ist.

Heute im Internet:

  • Das Internet ist verführerisch. Weil es so einfach wirkt.
  • Doch Internet-Marketing ist kompliziert. Man muss viel wissen. Das kann bedrückend und überwältigend sein. Doch es ist ein sehr vergebendes Medium. Fehler sind nicht so teuer wie wenn man diese offline macht.
  • Die gute Nachricht: Man muss nur die Spitze des Eisberges kennen, um Erfolg haben zu können. Wer sich auf alles konzentriert, kann keinen Erfolg haben. Schuld daran ist das Pareto-Prinzip.

Markus Trauernicht